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Ein siderisches Jahr gegenüber Sirius:

Es soll gezeigt werden, wie das siderische "Phantom-Jahr" mit seinen mysteriösen 365,256361 mittleren Sonnentagen rechnerisch zustande kommt. Wir werden für die Berechnung und für den Vergleich folgende siderische Tage anwenden:

1. Den aus den Textbüchern entnommenen mittleren siderischen Tag von 86164,091 s (genau 86164,0905382 s).

2. Den um 9,12 ms längeren siderischen Tag von 86164,09966 s, auf dem die angebliche Präzession der Erde mit dem um ca. 1223 s längeren siderischen Jahr beruht.

3. Die aus den Transit Messungen von Sirius errechneten mittleren siderischen Tage von jeweils 86164,09946 s, 86164,08948 s und 86164,0924 s.:

I.

1999 05.04. 21h16'36.5"

2000 05.04. 21h13'41"

(366 Sonnentage × 86400 s - 175.5 s) ÷ 367 Sirius Transits = 86164,09946 s

II.

1994 06.04. 21h11'50"

1998 05.04. 21h15'37"

(1460 Sonnentage × 86400 s + 227 s) ÷ 1464 Sirius Transits = 86164,08948 s

III.

1994 06.04. 21h11'50"

2000 05.04. 21h13'41"

(2191 Sonnentage × 86400 s + 111 s) ÷ 2197 Sirius Transits = 86164,0924 s

Vorweg soll noch einmal erwähnt werden, daß diese Abweichungen von einer präzessierenden -, sowie auch von einer oszillierenden Erdrotationsachse herbei geführt werden können. Als Berechnungsgrundlage dient die Differenz in Sekunden zwischen dem jeweiligen mittleren siderischen Tag und dem mittleren Sonnentag von 86400 s. Anhand dieser jeweiligen Differenzen können wir laut folgenden Gleichungen auch die Länge eines vollen 360° Umlaufs der Erde um die Sonne berechnen:

86400 s ÷ (86400 s - mittlerer Sterntag in s) = n (Anzahl der Erdrotation pro 360° Umlauf)

86400 s × (n-1) = n × mittlerer Sterntag in s

Dem folgt:

1.

86400 s ÷ 235,9094618 s = 366,24219878 365,24219878 × 86400 s = 31 556 925,9747 s

2.

86400 s ÷ 235,90034 s = 366,256361 365,256361 × 86400 s = 31 558 149,59 s

3.

I. 86400 s ÷ 235,90054 s = 366,25605 365,25605 × 86400 s = 31 558 122,73 s

II. 86400 s ÷ 235,91052 s = 366,24056 365,24056 × 86400 s = 31 556 784 s

III 86400 s ÷ 235,9076 s = 366,24509 365,24509 × 86400 s = 31 557 175,71 s

Jetzt wird es interessant, denn der um 9,12 ms längere Sterntag macht laut Gleichung 2 die Umlaufzeit der Erde um die Sonne um ca. 1223 s länger als der 360° Umlauf, welcher sich aus der Gleichung 1 ergibt. Im Vergleich dazu machen die geringen Abweichungen des mittleren Sterntags bezüglich Sirius die eigentliche 360° Umlaufzeit einmal um 1196,76 s länger (I) und dann sogar um 141,91 s kürzer (II). Während der gesammten 6 Jahre Messung ergibt sich im Durchschnitt somit eine Differenz von zusätzlichen 249,74 s (III) pro Jahr.

Es glaubt doch wohl niemand im Ernst, daß Sirius 6 Jahre lang im Schnitt 249,74 s pro Jahr später durch den Transit geht, als die tatsächliche festgestellten 0,68 s pro Jahr, welche sich aus der mittleren Sternzeit gegenüber Sirius und dem mittleren siderischen Tag von 86164,0905382 ergeben.

Der Fehler, der den Gleichungen 2 und 3 zu Grunde liegt, ist folgender:

Es wurde gesagt, daß die Differenz zwischen dem mittleren siderischen Tag von 86164,0905382 s und dem mittleren Sonnentag von 86400 s genau 235,9094618 s ist. Dieser Wert kann als eine Konstante angesehen werden. Denn ändert sich der Wert des mittleren siderischen Tages auf Grund von Schwankungen der Erdachse, so muß logischerweise die gleiche Änderung gegenüber der Sonne auftreten.

Das gleiche mathematisch-physikalische Phänomen muß bei einer Präzession der Achse auftreten. Aus diesem Grund kann in der Praxis der wahre 360° Umlauf der Erde um die Sonne nur laut Gleichung 1 genau 31 556 925,9747 s betragen. Schwankungen der Erdrotationsachse haben somit keinen Einfluß auf diese Umlaufzeit. Langzeitmessungen von Sirius haben bewiesen, daß sich diese Schwankungen in Richtung auf die mittlere Sternzeit von 86164,0905382 s auspendeln. Die ständige Auswanderung der Sterne gegenüber der Ausrichtung der Rotationsachse im Raum kann nicht durch eine Präzession der Achse hervorgerufen werden, weil eine Umlaufzeit von ca. 31 558 149 s nicht der wahre 360° Umlauf der Erde um die Sonne ist. Als Konsequenz nämlich müßten die Fixsterne täglich nicht um 9,12 ms, sondern um ca. 3,34 s auswandern.

Bei einer angeblichen Präzession der Achse darf es auch keinen einzigen Stern geben, dessen mittlere Transit-Zeit sich an den mittlerischen siderischen Tag annähert.

 

"Warum Sirius? Ist er nicht zu weit entfernt?"

So lauten die Fragen einiger Leser, die sich mit dem Problem eines sogenannten "Companion Stern" der Sonne beschäftigt haben und glauben, daß es sich vielleicht um einen benachbarten dunklen Zwerg oder ein Schwarzes Loch handeln könne. Berechnungen wurden mir zugesandt, bei denen von Sternen mit 0,33 bis 6 facher Sonnenmasse die Rede ist. Diese Berechnungen, welche ich sehr interessant fand und die korrekt nach Kepler und Newton durchgeführt wurden, beziehen sich auf einen Umlauf von 24000 Jahren. Bei einem Stern mit der 0,33 fachen Sonnenmasse könnte es sich um einen erloschenen Weißen Zwerg handeln, wogegen die Sterne mit der 2 und 6 fachen Sonnenmasse, auf Grund der Chandrasekhar-Grenze, eher für einen Neutronenstern in Frage kämen. Es wäre wünschenswert, daß sich die Astronomen auf die Suche begeben, um so einen "Companion-Stern" zu entdecken. Da solcher aber bisher noch nicht entdeckt wurde, obwohl er nur ca. 23 bis 38 mal soweit wie Pluto entfernt sein müßte, kommt nur noch Sirius als Kandidat in Frage.

Dazu folgendes: Es ist unumstritten, daß zu schnell rotierende Galaxien existieren, bei denen die zentrifugale Fliehkraft in den Außenregionen größer ist, als die zentripetale Gravitation im Inneren der sichtbaren Massen. Nach Newton müßten die äußeren Sterne geradezu davon fliegen. Ebenso hat man es nicht aufgegeben, die über 90% fehlende Masse zu suchen, welche das Universum zusammenhalten soll. Um aus diesem Dilemma heraus zu finden, ist man sich schließlich einig geworden, daß nur eine Änderung an Newton's Gravitationsgesetz in Frage kommt. Dazu hat zum Beispiel der holländische Astronom R.H. Sanders vom Kapteyn Institut der Universität Groningen vorgeschlagen, anstelle des Newtonschen Gravitationspotentials das Potential für eine punktförmige Masse zu benutzen, ähnlich wie bei den Kernkräften. Damit würden auf kurzen Distanzen über 90% der großreichweitigen "normalen" Gravitation von einer abstoßenden Kraft kompensiert. Auf kleinen Distanzen, also zum Beispiel innerhalb unseres Sonnensystems, hätten wir es danach nur mit einer reduzierten Gravitation zu tun ("Gesucht: Die neue Welt-Formel", Prof. Hans Jörg Fahr, Bild der Wissenschaft 5/1991). Das paßt genau zur Einstein's nichtlinearen Gravitationstheorie.

Auch meine langjährigen Beobachtungen gegenüber Sirius zeigen dies. Die erforderliche Umlaufgeschwindigkeit für unser Sonnensystem um Sirius mit mehr als 500 km/s ist somit möglich. Diese Werte um 500 km/s werden auch im Universum als typische Einzelgeschwindigkeiten festgestellt. So schnell bewegt sich zum Beispiel das Sonnensystem relativ zur kosmischen Hintergrundstrahlung, die ja als "Echo des Urknalls", als ein nichtbewegtes kosmisches Referenzsystem gilt ("Neue Zweifel am Urknall", Prof. Hans Jörg Fahr, Bild der Wissenschaft, 7/1990).

Da die Erdachse zwischen Sirius und Procyon fixiert ist, was ja meine Langzeit- Transitmessungen gegenüber Sirius beweisen, und die Präzession der Erde keine physikalische Tatsache ist, käme als Alternative Sirius für den Umlauf unseres Sonnensystems in Frage. Denkbar wäre auch, daß sich weiterhin Sonne und Sirius zusammen mit Procyon, Alpha Centauri und anderen Nachbar-Sternen, gemeinsam um eine große Zentralsonne (in den Plejaden?) bewegen.

Karl-Heinz Homann

 

For the English version, please click here.

see also: Some more thoughts on "Gravitation" by Karl-H. Homann