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Sirius B - Der Digitaria der Dogon

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Es scheint, Mythologie und Wissenschaft waren noch nie so eng miteinander verflochten, wie die kosmologischen Überlieferungen der Dogon mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Sirius System. Unabhängig davon, woher die Dogon ihr Wissen über Sirius haben, Sirius B, der Digitaria der Dogon, bleibt immer noch ein rätselhaftes Objekt, welches interessante Fragen über seine Masse und Spekulationen über seinen Ursprung aufwirft. Die neusten Entdeckungen weisen darauf hin, daß das Sirius System einzigartig ist, da Sirius A offenbar einer der frühesten Hauptreihen-Sterne in einem binären System ist, das einen weißen Zwerg enthält. Die Astronomen denken, daß der Vorläufer des weißen Zwerges ein massiverer und noch früherer Stern spektraler Art gewesen sein muß. Die Dogon sagen, 'Als ersten aller Sterne schuf Gott den Digitaria.' Er ist 'das Ei der Welt ', das unendlich Kleine, das in seinem Werden alles Seiende aus sich entließ, Sichtbares oder Unsichtbares.

Er ist fast so groß wie unsere Erde, enthält aber die Masse unserer Sonne. Er ist einer der schwersten weißen Zwerge, die man kennt, und sein theoretisches Masse-Radius Verhältnis liegt sehr nahe an der Chandrasekhar Grenze. Seine mittlere Dichte ist ca. 120.000 mal größer als Wasser. So eine Dichte ist für uns unvorstellbar, wie will man in einem vollen Behälter mit 1 Liter Wasser zusätzlich noch 120.000 Liter Wasser hineinpressen?

So ein weißer Zwerg wie Sirius B stellt in der Sternentwicklung das Endstadium dar. Er besteht überwiegend aus Eisen, der übrig gebliebenen "nicht brennbaren nuklearen Asche". Da Eisen mit seinem Atomgewicht von ca. 56 die höchste Bindungsenergie aufweist, haben wir somit eine äußerst stabile Ansammlung von Materie. Nun dürfen wir aber nicht annehmen, daß wir gewöhnliches Eisen dort vorfinden. Durch die extrem hohe Verdichtung muß es vollkommen entartet sein. Auch die Dogon haben sich dazu geäußert. Sie sagen: " Er besteht aus einem sagala genannten Metall, etwas glänzender als Eisen und so schwer, daß alle Erdenwesen zusammen es nicht heben können."

Das Eisen (chem. Symbol Fe), das wir von unserer Erde kennen, hat die Ordnungszahl 26 und eine Dichte von etwa 7,85g/cm3. In der Elektronenkonfiguration der Elemente der 4. Periode bevorzugt es das 4s - und die 3d - Orbitale. Um eine Vorstellung zu haben, wie die atomare Struktur des entarteten Eisens in Sirius B aussehen könnte, betrachten wir zunächst die Elektronenkonfigurations-Übergänge von der 1. bis zur 4. Periode. Nach der ersten ist mit der Besetzung des 1s - Orbital die Elektronenschale voll, und wir haben das Edelgas Helium 2He. Bei der 2. Periode ist mit der Besetzung des 2s -Orbital und der 2p -Orbitale die Elektronenschale voll, und wir haben das Edelgas Neon 10Ne. Bei der 3. Periode ist mit der Besetzung des 3s - Orbital und der 3p - Orbitale die Elektronenschale voll, und wir haben das Edelgas Argon 18Ar. Normalerweise sollte es in der 4. Periode so weiter gehen und ein Edelgas auf Platz 26 folgen. Aus dem Perioden-System der Elemente wissen wir aber, daß das nicht der Fall ist.

Das Anwachsen der Bausteine zu größeren Elementen ist also nicht gleichmäßig. Die Kernbausteine bleiben alle dicht gepackt zusammen, wogegen die Elektronen in immer weiter äußeren Orbitalen Platz nehmen müssen und somit sich die für sie energetisch günstigsten Plätze auswählen können. Im Kern (vielleicht auch außerhalb des Kerns) von Sirius B haben durch den gewaltigen äußeren Druck auf die Eisenatome die 3d - Orbitale der 4. Periode überhaupt keine Chance, besetzt zu werden. Was dabei herauskommen könnte, wäre eine Besetzung des 4s - Orbital und der 4p - Orbitale - ein superstabiles Element: Eisen mit einer Edelgasschale.

Wie könnte dieses Eisenatom mit einer Edelgasschale, falls es existiert, im Inneren von Sirius B beschaffen sein, und wie würde es sich bei dem ständig hohen Druck verhalten? Dazu schauen wir uns die Elektronenkonfigurationen der Edelgase Helium, Neon und Argon etwas näher an. Was alle Edelgase gemeinsam auszeichnet, sind ihre abgeschlossenen Elektronenhüllen und die daraus resultierende Reaktionsträgheit. Bei Helium haben wir mit der Besetzung des kugelförmigen 1s - Orbital, das stabilste Orbital überhaupt. Davon gibt es aber nur eins, das mit maximal 2 Elektronen besetzt werden kann. Bei Neon und Argon z.B., stellen die abschließenden Elektronenhüllen p - Orbitale dar, welche die Form eines Oktaeder ergeben, also einer Doppelpyramide.

Nun sind wir davon ausgegangen, daß bei dem Entartungsdruck wie er in Sirius B vorherrscht, Eisen, aus dem er ja hauptsächlich besteht, nicht die Struktur aufweisen kann wie auf der Erde. Hier auf der Erde können die Eisenatome nach dem freien Spiel der Kräfte chemische Verbindungen eingehen. Auch bei stetiger Energiezufuhr, wie etwa beim Erwärmen des Eisens bis zur Weißglut, können die Elektronen entsprechende Energiezustände einnehmen.

Im Gegensatz zur Sonne (z.B.), wo im Inneren durch die hohen Temperaturen die Elektronen von den Kernbausteinen teilweise getrennt sind, befinden sich im Kern von Sirius B, wo keine Fusionen mehr stattfinden, die Elektronen an ihrem Platz. Man nimmt an, daß die komprimierten Eisenatome im Zentrum von Sirius B auf unserer Erde ca. 3 Tonnen pro cm3 wiegen würden. Diese entartete Materie verhält sich gegenüber der uns bekannten völlig anders, unter anderem bei der Abstrahlung von Energie-Paketen (z.B. Lichtquanten oder Röntgenstrahlen), die beim angeregten Atom nur stattfindet, wenn die Elektronen die Möglichkeit haben, in ihren Grundzustand zurückzukehren. In den ständig stark zusammengequetschten Orbitalen der Eisenatome von Sirius B gibt es aber keinen Grundzustand mehr, die Elektronen besitzen immer eine sehr hohe kinetische Energie.

Im Inneren von Sirius B also scheint die Physik und Chemie, wie wir sie von unserer Erde gewohnt sind, nicht zu funktionieren. Was dort vor sich geht, versuchen wir an einem Model herauszufinden.

Unser Eisenatom, von dem wir nun ausgehen, soll einen Durchmesser von einem Meter haben. Der Atomkern, zusammen mit seinen 26 Protonen und 30 Neutronen, hat hierbei einen Durchmesser von etwa einem Hundertstel Millimeter, etwa so groß wie eine Bakterie. Bei so viel leerem Raum sollte es für die 26 Elektronen in ihren Orbitalen keine Hindernisse geben, beliebige Energiezustände anzunehmen. Versetzen wir unser Model-Eisenatom auf Sirius B, wird es augenblicklich bis auf einen Zentimeter Durchmesser zusammenschrumpfen. Obwohl noch ein großer Abstand vom Kern zum Außendurchmesser (1cm) vorhanden ist, haben wir eine Grenze erreicht, die sogenannte Chandrasekhar-Grenze. Jeder weitere Druck von außen würde den Entartungsdruck überwinden und den Gleichgewichtszustand aufheben. Mit anderen Worten, mehr als die 1,4 fache Masse der Sonne würden die Eisenatome in Sirius B implodieren lassen und ihn augenblicklich in einen Neutronenstern oder Schwarzes Loch umwandeln.

Trotz dieser gewaltigen Schrumpfung von einem Meter Durchmesser auf einen Zentimeter Durchmesser wird sich in unserem Model-Eisenatom, und somit auch im Kern von Sirius B, sehr wahrscheinlich die Struktur der p - Orbitale (Doppelpyramide) erhalten, denn sie kämen einer Kugelgestalt, die dem Druck standhält, am nächsten. Die Schlußfolgerung daraus wäre, daß es ohne entartetes Eisen, mit der Atomstruktur einer Doppelpyramide, keine Chandrasekhar-Grenze gebe und somit keine massenreichen weißen Zwerge - alle Materie würde in einem Neutronenstern enden. Die beiden einzigen Kandidaten, welche noch über eine ausreichende Bindungsenergie verfügen, wären Chrom und Nickel. Denen fehlt aber die nötige Atomstruktur der Doppelpyramide, welche dem Entartungsdruck standhält.

Nun darf man aber nicht erwarten, da das nukleare Feuer im Inneren von Sirius B aus ist, daß dort Ruhe eingekehrt ist. Die Elektronen in den Eisenatomen können zwar nicht mehr, wie z.B. in der Sonne und auf der Erde, angeregt werden und Energiequanten abgeben, es besteht jedoch die Möglichkeit, daß von Sirius B eine kohärente Abstrahlung erfolgt, denn der Entartungsdruck ist keineswegs stabil. Die dicht gedrängten Eisenatome im Inneren von Sirius B, mit der möglichen Struktur einer Doppelpyramide, wären als Einkristall somit in der Lage zu schwingen. Eine Aussendung von langwelligen, kohärenten Gravitationswellen wäre die Folge. Dies könnte auch das ständige Flackern des Sirius A erklären, denn die Gravitationswellen bringen eine pulsierende Raumkrümmung zustande, die wiederum Einfluß auf die Ausbreitungsrichtung des Lichtes hat.

Unabhängig von den Vorgängen im Kern von Sirius B, dürfte der Fusionsprozess in den äußeren Schichten weitergehen. Die Reste von Wasserstoff, Helium, Kohlenstoff, Sauerstoff und Silizium sollten die Fusionen in Richtung "Endstation Eisen" fortsetzen. Es ist auch nicht auszuschließen, daß zu Sirius B von seinem Partner Sirius A, dem er sich alle ca. 50 Jahre nähert, "Brennmaterial" überströmt.

Die Wissenschaft hat immer noch keine aufschlußreichen Daten über die eigentliche Rotationsperiode von Sirius B. Es gibt Annahmen, daß er sich sehr schnell um seine eigene Achse dreht und dabei enorme magnetische Felder um sich herum enstehen läßt. Da drehende magnetische Objekte Torsionsfelder erzeugen, ist Sirius B somit ein hervorragender Kandidat als die Ursache für solche Felder.

Die Dogon, welche in die tieferen Mysterien ihrer uralten Stammesreligion eingeführt sind, betrachten den Sirius als ein Stern des Wissens - er gilt als Sitz alles Wissens. Die moderne Wissenschaft hat erst einmal angefangen, seine Geheimnisse zu lüften.

Karl-Heinz & Uwe Homann