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Im nächsten Jahr, dem fünften, steht der Zeiger beim 365er Rad wieder senkrecht oben und beim 20er Rad wieder wie im ersten Jahr eine Viertel Umdrehung links von der senkrechten Linie. Der Zeiger vom 13er Rad steht dann auf dem 5. Zahn rechts neben der senkrechten Linie, also zeigt er auf das 5. Jahr, denn durch die Verzahnung der drei Zahnräder bleibt das Verhältnis immer gleich. Interessant wäre nun zu erfahren, wie die Position der Zahnräder nach vollen 13 Jahren aussieht? Der Zeiger des 365er Rades zeigt wie immer nach jedem abgelaufenen Jahr senkrecht nach oben. Zusätzlich hat das 13er Rad einen vollen Umlauf gemacht und dessen Zeiger weist ebenfalls senkrecht nach oben. Wo mag nun der Zeiger des 20er Rades zu diesem Zeitpunkt stehen? Da man nach 12 Jahren inzwischen 3 Schaltjahr-Umläufe gemacht hatte, muß die Markierung im 13. Jahr wieder wie im ersten Jahr im ersten Viertel sein.

Gleichzeitig wird mit dieser Kombination (der 365er und der 13er Zeiger nach oben, und der 20er Zeiger im ersten Viertel nach links gerichtet) angezeigt, daß ein Viertel des berühmten Maya-Zyklus von 52 Jahren beendet ist. In drei weiteren Vierteln ist sodann ein vollständiger Maya-Zyklus abgelaufen, und alle drei Zeiger vom 365er, 20er und 13er Rad weisen gemeinsam nach oben.

Das Bemerkenswerte dabei ist, keine Kombination ist in diesen 52 Jahren zweimal erschienen. Als ich zum ersten Mal diesen Ablauf vollständig begriffen hatte, war ich von Ehrfurcht und Bewunderung für die Erfinder dieses Kalenders tief ergriffen.

Doch es geht noch weiter. Nun können wir uns vorstellen, was dieser Maya-Zyklus bedeutete. 52 Jahre wurde auf dieses Ereignis gewartet. Ständig war man in der Lage, durch genauste Kontrolle dieses große Ereignis voraus zu sagen. Das galt selbstverständlich nur für die Gelehrten (die Priester). Die einfachen Bürger, die diese Zusammenhänge nicht begriffen, wurden mit Mythen und göttlichen Geschicken ständig für diesen besonderen Tag motiviert. Das war auch der eigentliche Grund, warum die Erinnerung wach blieb.

In Stonehenge betrug, wie wir in einer späteren Abhandlung sehen werden, der Zyklus 152 Jahre. Solange hat keiner mehr gelebt, die Erinnerung fehlte und Stonehenge geriet ins Chaos.

Nach diesen 52 Jahren, das sogenannte "Jahrhundert-Ereignis", war es nun soweit, die wichtigste Kontrolle vorzunehmen. Wie bekannt, waren alle Kalender-Orte mit Beobachtungseinrichtungen entweder für die Tag- und Nachtgleiche (Frühjahrsäquinoktium) oder für die Winter- und Sommersonnenwende (Solstitium) eingerichtet.

Als ich im Frühjahr 1990 in Yucatán (Mexiko) war, versäumte ich es nicht, die gut erhaltene Maya Metropole Chichén-Itzá aufzusuchen. Es war der 21. März. Am Vormittag traf ich dort schon ein. Das hatte zwei Gründe, zum einen war noch nicht so viel Betrieb, um ungehindert alles zu besichtigen, und zum anderen hatte ich rechtzeitig einen guten Platz, um das bevorstehende "Spektakel" bei Sonnenuntergang mit zu bekommen. Mit anderen Worten, ich hatte mich bestens auf dieses Ereignis vorbereitet. Innerhalb von wenigen Stunden hatten sich an diesem Nachmittag tausende von Menschen eingefunden. Ihr Interesse galt unterschiedlichen Motiven, von religiösen bis hin zu wissenschaftlichen, oder auch nur, um dieses Ereignis der Tag- und Nachtgleiche einmal miterlebt zu haben, denn die Erbauer von Chichén-Itzá haben sich dort etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Im Zentrum ihrer Stadt errichteten sie eine Stufenpyramide. Zu deren oberen Plattform führen an jeder ihrer vier Seiten 91 Stufen hinauf plus die eine Stufe, die zur astronomischen Plattform führt. Insgesamt sind es 365 Stufen wie Tage im Jahr, und jede Pyramiden-Seite hat 52 Fenster (Maya-Zyklus). Das Geniale dabei ist aber, daß die Pyramide nicht genau in die 4 Himmelsrichtungen weist, sondern um ca. 7° südwestlich ausgerichtet ist, sodaß zweimal im Jahr zur Tag- und Nachtgleiche (21. März und 21. Sept) eine genaue Kontrolle, wann die Sonne den Äquator überschreitet, gegeben ist.

Es ist nicht auszuschließen, daß die Stufenpyramide in Chichén-Itzá den Zahnrad-Kalender der Maya nicht nur ergänzen, sondern ersetzen sollte. Man könnte sie als einen statischen Kalender ansehen. Dazu dienten die 365 Stufen zur Zählung der Tage und die 52 Fenster auf jeder Seite zum Markieren der Jahre. Der Schaltzyklus könnte z.B. folgendermaßen ermittelt werden. Wir starten auf der ersten Stufe im Norden, gehen dann zur ersten Stufe im Osten, weiter nach Süden, dann Westen und im Norden wieder angekommen, beginnt das gleiche Spiel auf der zweiten Stufe. Dies wird "spiralförmig" fortgesetzt, bis wir nach 365 Tagen auf der Plattform angekommen sind. Im nächsten Jahr starten wir auf der untersten Stufe im Osten, dann im Süden und im vierten Jahr im Westen. Innerhalb des vierten Jahres, vielleicht am 21. März oder am 21. September, könnte mit gleichzeitiger Kontrolle der Tag- und Nachtgleiche ein Tag in Form eines religiösen Festes dazugegeben werden. Im fünften Jahr beginnen wir wieder an der untersten Stufe im Norden den nächsten 4 Jahres-Zyklus. Um so nahe wie möglich nun an den bereits erwähnten 128 Jahre Zyklus zu kommen, wurden die Seiten mit den 52 Fenstern abgezählt und markiert bis fast 2½ Seiten voll waren, um dann den über 128 Jahre angesammelten Tag zu korrigieren.

Hier in Chichén-Itzá wurde erreicht, daß alle auf ihre Kosten kamen; die Priester-Astronomen, sowie das Volk. Man muß das wunderbare Schauspiel miterlebt haben, wenn zur Tag- und Nachtgleiche ca. 1 Stunde vor Sonnenuntergang das Lichterspiel beginnt. Durch die um 7° versetzte Pyramide wandert der Schatten entlang der Pyramidenfläche immer mehr von Westen nach Norden. Kurz vor Sonnenuntergang an der nördlich aufführenden Stufenkante angekommen, verstärkt sich dieser Licht-Schatteneffekt und läuft am Ende bei Sonnenuntergang beinahe geisterhaft die Treppenkante bis zum Kopf der gefiederten Schlange, die den Gott Kukulcán darstellt, herab. Noch ein wenig Lichtzauber am Kopf der Schlange, und aus war der ganze Spuk. Der Effekt war so beeindruckend, daß einige Anwesende in Ekstase gerieten und den Schlangenkopf umarmten, sowie rituelle Handlungen durchführten, bis Aufseher kamen und diese wegdrängten. Aber eines wurde mit diesem mystischen Effekt mit Sicherheit erreicht, was auch die Absicht der Priester-Astronomen und der Erbauer der Pyramide war, daß das Volk, welches die Zusammenhänge dieses Naturschauspiels nicht begriff, darin heilige Vorgänge sah. Wer würde es wagen, diese heiligen Kultstätten zu schänden oder, genau so schlimm, ihren rituellen Zyklen nicht beizuwohnen? Somit wurde sichergestellt, daß der Kalender gewissenhaft geführt wurde.

Mit dieser Kontrolle am 21. März haben wir also die Möglichkeit, den Frühlingspunkt nicht auswandern zu lassen. Falls der Himmel dort am 21. März bedeckt ist, können wir den Vorgang am 21. Sept. bei Sonnenaufgang auf der Ostseite beobachten. Erst nach rund 2½ mal 52 Jahren, wenn ein Schalttag angewachsen ist, wird entschieden, wann ein Tag weggelassen wird bzw. bei der Kalenderzählung ein Tag übersprungen wird. Mit der Kontrolle des Frühlingspunktes in jedem Jahr ist die Gewähr gegeben, daß der Kalender immer genau ist, was bei unserem gegenwärtigen Kalender leider nicht der Fall ist. Hier taucht das Problem eines Korrekturtages nach ca. 3320 Jahren erneut auf.

Warum sollte man, was angenommen wird*, 52 Jahre warten und dabei den Frühlingspunkt 13 Tage auswandern lassen, um dann die 13 Tage auf einmal zu zufügen, wo doch die jährliche Kontrolle vorhanden war? Noch unlogischer ist das Abziehen von 25 zuviel geschalteten Tagen alle 3172 Jahre. Wer soll nach einem solangen Zeitraum dafür noch zuständig sein?

* Erich von Däniken - "Der Tag an dem die Götter kamen" (Seite 134)

Es ist nicht auszuschließen, daß die gegenwärtige Verwirrung über den Maya-Kalender dadurch zustande kam, weil über die Jahrtausende das Wissen der Maya verloren gegangen ist. Man hat zusätzlich zu ihrem angeblichen "Götterkalender", indem das Jahr mit 18 Monaten zu je 20 Tagen ebenfalls in Zahnradkombinationen geführt wurde, ein 20er Rad mit nur einer Markierung gefunden. Damit existiert eindeutig der Beweis für den 4 jährigen Schaltzyklus. Das Jahr hat nun mal eben rund 365 ¼ Tage, und das wußten auch mit Sicherheit die Erfinder des Kalendersystems. Das entscheidende 20er Zwischenrad bei den Maya und, wie wir später sehen werden, die 40 Blausteine in Stonehenge sind die sinnvolle Erklärung, um eine kontinuierliche Kalenderführung mit Kontrolle durchzuführen. Denn nur so konnte man die rund ¼ Tage zu einem Tag ansammeln lassen, um ihn dann sofort zu berücksichtigen und zuzuschalten.

Der Stonehenge Kalender wird zu einem späteren Zeitpunkt behandelt.

Karl-Heinz Homann

September, 2004

 

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