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Das Präzession-Zeit Paradox
(Für Denker & Tüftler - Eine Herausforderung für den Profi- u. Hobby Astronom)
Laut Definition der mittleren Sonnenzeit kann eine nicht-präzessierende Erde in ihrer Bewegung um die Sonne nicht zwei Äquinoktien und zwei Solstitien in einer Umlaufperiode von weniger als 360° haben.
Wenn behauptet wird, daß Lunisolar Präzession im selben Zeitraum zwei Äquinoktien und zwei Solstitien in einer Umlaufperiode von weniger als 360° verursacht, dann müssen die Befürworter dieser Theorie erklären,
a) warum die 360° Umlaufperiode der Erde von dem angenommenen Wert der Präzession abhängt, und
b) wo die tägliche Rotationszeit-Differenz, welche sich durch die gegenüber der Sonne präzessierende Erde ansammelt, berücksichtigt wird?
Die Definition der mittleren Sonnenzeit erlaubt nicht für einen extra Sonnentag pro Präzessionszyklus oder, daß die Erde im selben Zyklus einen 360° Umlauf gegenüber der Sonne weniger beschreibt.
Löst man sich von der komplizierten Himmelsmechanik der Astronomie und betrachtet den recht einfachen Vorgang rein mathematisch und geometrisch, so wie er tatsächlich ist, kommt das Präzession-Zeit Paradox augenblicklich zum Vorschein (siehe Model 2a).
Die reale Erde (I) rotiert mit 86400 s mittlere Zeit gegenüber der Sonne und hat nach Vollendung ihres 360° Umlaufs um die Sonne exakt 365,24219878 Rotationen gemacht. Die Zeit, welche sie für diesen Umlauf benötigt, beträgt genau 31556925,97474 s (365,24219878 × 86400 s). Dieser Umlauf gegenüber der Sonne ist zeitmäßig vollkommen identisch gegenüber dem Bezugstern C, nur daß die Erde gegenüber C genau eine Rotation mehr macht.
Bis hier scheint alles ganz logisch abzulaufen, wenn es nur nicht die Auswanderung der Fixsterne von ca 50,26" pro Jahr gäbe. Um dieses Phänomen auf keinen Fall einem Umlauf unseres Sonnensystems um einen anderen Stern zuzuschreiben, hat man sich folgende phantastische Himmelsakrobatik ausgedacht:
Nach dem Model 2 läßt man einfach die Erde (II) in ihrem realen jährlichen präzisen Umlauf zusätzlich in einem Zyklus von etwa 25800 Jahren imaginär zurück rotieren. Dabei wird der mittlere Fixsterntag um 9,12 Millisekunden (ms) länger (mehr als 360°) und gleichzeitig der mittlere Sonnentag um 9,12 ms kürzer (weniger als 360°), die sich in 25800 Jahren zu einem vollen Tag mit 86400 s ansammeln und in der Zeitrechnung nicht berücksichtigt werden. Da aber der mittlere Sonnentag mit 86400 s definiert ist, haben wir es mit einer nicht-präzessierenden Erde zu tun, welche zwei Tag- und Nachtgleichen (Äquinoktien) in einem Umlauf von genau 360° hat. Rechnerisch muß sich dabei aber zusätzlich noch folgendes ergeben:
Nach Ende ihres rückläufigen 360° Umlaufs von 25800 Jahren muß die Erde 365,24219878 mal rotiert haben. Mit anderen Worten, alle 70,64 Jahre (25800 ÷ 365,24219878) rotiert die Erde II einmal, und entfernt sich ein 365,24219878stel in ihrem imaginären Umlauf von Fixstern F. Das bedeutet pro Jahr 1223,14 s (86400 s ÷ 70,64) oder 3,34 s pro Tag (1223,14 s ÷ 365,24219878). Jeder bewußte Astronom, ob Amateur oder Profi, mit mathematischen Grundkenntnissen weiß, daß es 3,34 s (50,26") pro Jahr sind und nicht 3,34 s pro Tag. Demnach ist der reale Umlauf der Erde von und zu Fixstern F 360° plus 50,26" (31556925,97 s + 3,34 s), und der imaginäre Umlauf der Erde um 1223,14 s weniger als ein 360° Umlauf (31556925,97 s - 1223,14 s).
Um die Verwirrung perfekt zu machen, erklärt man den imaginären Umlauf der Erde als tropisches Jahr mit einem 360° Umlauf, so, wie man sich einen Wecker vorstellen kann, der mit seinem Zifferblatt dem Zeiger entgegen gedreht wird. Somit täuscht die sich dem Zeiger entgegendrehende Ziffer "12" dem Zeiger einen vollen 360° Umlauf vor, obwohl dieser sich ständig verkürzt. Den Umlauf in Bezug zu den Fixsternen erklärt man dann als siderisches Jahr von 360° plus 1223,14 s (entspricht 31558149,5 s).
Da aber die reale und die imaginäre Erde die gleiche Umlaufbahn und Umlaufzeit besitzen, kann man beide vereint betrachten. Somit bewegt sich die reale, nicht-präzessierende Erde zwischen zwei aufeinander folgenden Frühlingspunkten in einem Umlauf von 360°. Paradoxerweise bewegt sich die imaginäre, präzessierende Erde zeitgleich in einem Umlauf von weniger als 360°. Da in beiden Fällen die Sonne als Bezug gilt und diese anscheinend gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten der Erde durch die Äquinoktien geht, haben wir es hier wahrscheinlich mit einem himmelsmechanischen Wunder zu tun.
Möge der unbefangene Leser den größten Schwindel in der Geschichte der Wissenschaft durchschauen - nur einfache Geometrie und Mathematik sind dazu erforderlich. Stelle er sich einmal vor, die Auswanderung des Fixsternhimmels würde plötzlich aufhören. Was geschieht dann mit der Länge des tropischen Jahres und dem mittleren Sonnentag?
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