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PRÄZESSION - PRÄZISE ERKLÄRT:
Es sieht so aus, als wenn die Vorstellung von der komplexen Himmelsmechanik mit den auswandernden Fixsternen, der Erdpräzession und dem krummen Wert von Tagen eines Jahres, einigen Lesern Schwierigkeiten bereitet. An einem einfachen Model soll gezeigt werden, welche Probleme beim Einfügen der Erdpräzession auftreten und somit für die eigentliche Verwirrung sorgen.
Zum besseren Verständnis lassen wir an diesem Model (siehe dazu auch das Model A-B-C im Artikel "Beelzebub's Vergrabener Hund") das Sonnenjahr oder tropisches Jahr nach exakt 365 Tagen (Rotationen) enden. Den Fixsternen gegenüber ergibt das dann nach diesem 360° Umlauf genau eine Rotation mehr, also 366 Rotationen. Wir starten nun in Gedanken am 1. Januar 00,00 Uhr. Unser Meridian liegt genau auf der imaginären Linie der Fixsterne A und C. Die nördliche Erdachse ist auf den Fixstern C gerichtet, sodaß wir laut Kalender auf der nördlichen Erdhalbkugel Winter haben. Zunächst lassen wir die Erdachse fixiert, d.h. keine Präzession. Nach einem Umlauf der Erde B um die Sonne A haben wir die gleiche Ausgangsposition für den nächsten Umlauf. Dies würde auch gelten, wenn sich dieser Vorgang einige tausend- oder millionenmal wiederholte.
Nun ziehen wir in Gedanken, während eines Umlaufs um die Sonne, die Erde um 23½° über ihren Pol in Richtung A. Diese Position würde natürlich auch einem halben Präzessionszyklus der Erde entsprechen. Nachdem der 360° Umlauf beendet ist, stellen wir fest, daß unser Kalender nicht mehr stimmt. Statt Winter haben wir am 1. Januar Sommer. Bis hierhin alles klar?
Jetzt lassen wir, wie in den Textbüchern beschrieben, die Erde rückwärts präzessieren. Auch diesen Vorgang (ein voller Präzessionszyklus) wollen wir in einem Jahr, also in einem 360° Umlauf um die Sonne, beenden. Was stellen wir nun fest? Wir haben zu dem scheinbar verlorenen Kalenderjahr noch einen weiteren Tag verloren! Das ist der Tatbestand. Da ändert sich auch nichts daran, wenn wir das Sonnenjahr um 0,24219878 Rotationen verlängern, oder den Präzessionszyklus auf 25800 Jahre ausdehnen.
Da unsere Sonnenzeit allerdings im Einklang mit dem Kalender auf millionstel Sekunde genaustens gezählt wird, fehlt aber dieser eine Tag in ca. 25800 Sonnenjahren, d.h. ca. 3,34 Sekunden pro Sonnenjahr (entspr. ca 9.12 ms pro Sonnentag), in der präzisen Zeitmessung.
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